Mir wird nichts mangeln?!

Am Sonnabend, 16. Februar 2013, fand um 18 Uhr in unserer Kirche in Göttingen eine Andacht statt. 23 Glaubensgeschwister waren gekommen, um sich auf den Beginn der Passionszeit einzustimmen.

Nach einer Klaviermusik von Johann Sebastian Bach, gespielt von Diakon Michael Free, begann Bezirksältester Scheuchzer die Andacht mit Gebet und einigen Worten zur Passionszeit.

Die Glaubensgeschwister auf der rechten und linken Seite des Altars beteten den 23. Psalm im gegenseitigen Wechsel.
Die Lesung "Der gute Hirte" (Johannes 10, 1–30) wurde von Orgelmusik umrahmt: Hannelore Beck spielte die Lieder "Wir haben einen Hirten" (GB 231) und "Weil ich Jesu Schäflein bin" (GB 269).

Der von Diakon Michael Free vorgetragene Text beleuchtet den 23. Psalm von einer anderen Seite: er enthielt eine sprachlich abgewandelte Form des 23. Psalms "Der Herr ist mein Pilot" und es wird die Frage aufgeworfen, ob die Aussage "Mir wird nichts mangeln" Menschen zugemutet werden kann, denen Entscheidendes im Leben fehlt – Menschen, die einen schweren Verlust erleiden müssen; Menschen, deren Existenz bedroht ist; Menschen, denen die Erfüllung ihrer sehnlichsten Wünsche verwehrt bleibt?
Im hebräischen Text steht statt "mir wird nichts mangeln" sinngemäß "ich werde nicht Mangel leiden".
Gott ist stärker als alle bösen Mächte. In seiner unfassbaren Größe ist er immer für uns da. Nicht weil wir es verdient haben, sondern weil genau das das Wesen Gottes ausmacht.
Wie wäre es, wenn dieser Psalm immer mehr zu unserem Lebensmotto würde?

Der Herr ist dein Hirte – du kannst nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes!

Nach dem gemeinsam gesungenen Lied "Der Herr ist mein getreuer Hirt" (GB 58), an der Orgel begleitet von Katrin Ludwig, beendete Hirte Lau die Andacht mit Gebet und dem Aaronitischen Segen.

Fotos: H.B. / Text: ra