Umbau beendet – ein Grund zum Feiern!

Ein einladender, besser zugänglicher Eingang sowie die Verbesserung der räumlichen Situation für Kinder und Amtsträger, aber auch notwendige Sanierungsmaßnahmen standen im Mittelpunkt einer etwa zweimonatigen Bauphase der neuapostolischen Kirche in Göttingen. Den Abschluss der Baumaßnahmen begingen am Samstag, 26. Oktober, Kirchenmitglieder, Nachbarn, Vertreter der örtlichen ACK sowie der Adventgemeinde mit einer Andacht und anschließenden Feier.

Zwei Monate lang konnten in der neuapostolischen Kirche in Göttingen nahezu keine Gottesdienste und Veranstaltungen stattfinden. In der Woche nach dem Konfirmationsgottesdienst (21. April) bis zur Gottesdienstübertragung von Stammapostel Schneider aus Leipzig am 16. Juni wurden die umfangreichsten Bauarbeiten ausgeführt. Weitere Arbeiten folgten noch, doch die Kirche mit ihren Nebenräumen konnte wieder weitestgehend genutzt werden. Die Neuapostolische Kirche Niedersachsen investierte etwa 240.000 Euro für die Baumaßnahmen in Göttingen. Zur Gemeinde zählen derzeit rund 500 Mitglieder.

Bauliche Veränderungen

  • Zugang zum Kirchengebäude über eine Treppe vom Gallus-Parkplatz aus
  • Verlegung des Gebäudezugangs zur nördlichen Giebelseite
  • heller Fußboden im Eingangsbereich (Fliesen statt Teppich)
  • Bau eines rollstuhlgeeignetes WCs
  • neuer Raum für die Kinder der Vorsonntagsschule
  • in das Kirchenschiff integrierter, zweiter Eltern-Kind-Raum (für größere Kinder)
  • Rettungsweg aus dem Kirchenschiff
  • Vergrößerung der Sakristei
  • direkter Zugang vom Jugend- in den Gemeinschaftsraum
  • beleuchtete Stele mit Kirchenlogo auf dem Kirchhof

Würde die Kirche 2013 neu gebaut, müsste sie (gemäß § 49 NBauO) eine barrierefreie Zugänglichkeit und Benutzbarkeit haben. Aufgrund ihres Alters besitzt sie jedoch „Bestandsschutz“ und musste nur im Rahmen neuer Baumaßnahmen teilweise angepasst werden. Das Gebäude ist nun unter Beachtung der Belange von Personen mit Handicaps saniert worden. Die Zugänglichkeit wurde für alle Nutzer verbessert, indem eine Öffnung zu dem von der Kirche mitgenutzten Parkplatz des Gallus-Parks geschaffen und der Gebäude-Eingang auf die Nordseite verlegt wurde.

Besonderheiten

Das Bauen im Bestand kann schon mal für „Überraschungen“ sorgen. Das Kirchengebäude war bis 1957 eine Werkhalle und wurde 1957/1958 zu kirchlichen Zwecken erstmals umgebaut. Beim diesjährigen Umbau kam eine mangelhafte Bodenplatte im Eingangsbereich zum Vorschein. Aber auch der unbekannte Verlauf der Entwässerungsleitungen der Toiletten sowie ein großer Stahlträger (Überzug) zwischen Jugend- und Gemeinschaftsraum, welcher höher war als gedacht und eine Verbindungstreppe erforderlich machte (statt einer Tür), waren Problematiken, die sich beim Bau ergaben und wofür Lösungen gefunden werden mussten.

Orgel (Spieltisch), Klavier und Gemeindechor tauschten die Seiten aufgrund des nun frei zugänglichen Rettungsweges im Kirchenschiff.

Gottesdienste in der Bauphase

Die Gemeindemitglieder konnten in der Zeit des Umbaus die Kirche nahezu komplett nicht nutzen. Die Sonntagsgottesdienste wurden an Ausweichorten wie den Aulen des Theodor-Heuss- und des Felix-Klein-Gymnasiums gefeiert. Für die Mittwochsgottesdienste stellte die Adventgemeinde ihr Gotteshaus zur Verfügung, wodurch man sich besser kennenlernte.

Aufgrund der Gemeindegröße und da ältere oder kranke Gottesdienstbesucher keine anderen neuapostolischen Kirchen im Umkreis erreichen konnten, wurde in der Umbauphase der Pfingstgottesdienst in der Kirche gefeiert, der per Satellit aus Hamburg übertragen wurde. Das erforderte eine Bauzeitunterbrechung, um die Kirche mit einem provisorischen Eingang nutzbar zu machen. Gemeindemitglieder trafen sich am Samstagabend zum Säubern der stark verschmutzen Räume. Es wurden in der Zeit des Umbaus von den Gemeindemitgliedern viele freiwillige Dienste erbracht und auch manche Unannehmlichkeiten in Kauf genommen.

„Das Haus Gottes“ – Andacht und Feier am Samstag, 26. Oktober anlässlich des Bauabschlusses

Den Bauabschluss feierte die Gemeinde mit Glaubensgeschwistern, Freunden und interessierten Mitmenschen am Samstag, 26. Oktober. Bezirksältester Marco Scheuchzer, Gemeindevorsteher in Göttingen, begann den Nachmittag mit einer herzlichen Begrüßung aller Anwesenden und Gebet, bevor er auf die erfolgten Baumaßnahmen einging. Weitere Maßnahmen seien für 2014 geplant, etwa die Verbesserung der Kirchen-Rückfront (aus Sicht des Gallus-Parks) sowie die Begrünung des Parkplatzes, der auch mit einigen Sitzgelegenheiten ausgestattet werden soll, kündigte er an. Der Bezirksälteste bedankte sich insbesondere bei den Mitgliedern der kleinen Arbeitsgruppe aus der Gemeinde sowie bei Priester Günther Kahlcke, der zur Feier leider verhindert war. Der Diplom-Ingenieur arbeitet in der Kirchenverwaltung in Hannover (Bereich Bau und Liegenschaften) und betreute das Bauvorhaben. Ein weiteres herzliches Dankeschön ging an die anwesenden Vertreter der Adventgemeinde, die ihr Gotteshaus für die Wochentagsgottesdienste der Gemeinde zur Verfügung stellte.

Es schloss sich eine etwa 30-minütige Andacht an, die der Bezirksältester leitete. Orgel-, Klavier- und Chormusik gestalteten den musikalischen Teil. Drei humorvolle, provokative und auch nachdenkliche Wortbeiträge gingen auf das Thema der Andacht ein: „Das Haus Gottes“. Ist das Haus Gottes auch für Randgruppen oder ausgegrenzte Menschen der Gesellschaft da? Wo machen wir – bewusst oder unbewusst – vielleicht Einschränkungen? Welche Häuser kennen wir und wozu sind sie da? Zwei Bibel-Zitate wurden herausgegriffen:

„In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten, und ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin!“ (Johannes 14,2f)

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ (Epheser 2,19)

Gott ist Geist und umgibt uns – er ist somit Dach, Mauerwerk und Fundament in einem. Bezirksältester Scheuchzer ging auf das Leben in diesem für alle offenen Haus ein, in dem Menschen ihre Gaben zur Verherrlichung Gottes zur Verfügung stellen. Das Haus Gottes ist ein Ort des Friedens, der Zukunftshoffnung, der himmlischen Energie und Kraft und er erwähnte die Heilighaltung des Hauses Gottes. Er schloss die Andacht mit „Gott möge euch alle segnen!“

Eine Bilderpräsentation gab einen kleinen Einblick in die seit 1958 verschiedenen baulichen Veränderungen der Kirche, die vormals eine Werkhalle einer Maschinenbau-Fabrik war.

Im Anschluss fanden bei Kaffee und Kuchen noch viele Gespräche statt. Im neuen Vorsonntagsschulraum bastelten einige Kinder und Erwachsene mit herbstlichen Materialien hübsche Fensterdekorationen.

Weitere Berichte

akli. / Fotos: H.B., ra, akli.